Heilung von Tinnitus

Ich habe Tinnitus. Ich möchte Heilung. Es muss nicht gleich sein, aber ich will, dass das Fiepen verschwindet. Und ich glaube fest daran, daß es möglich ist, obwohl die Chancen gering sind. Trotzdem habe entgegen dem, was ich gesagt bekomme, große Hoffnung. 

Weiter schreibe ich diesen Post, weil ich mich bei Euch „umhören” möchte, ob ihr a) auch Tinnitus habt, b) welche Versuche ihr dagegen unternommen habt und c) ob diese erfolgreich waren.

Seit ich ein kleines Kind bin, habe ich Töne in beiden Ohren. Töne deshalb, weil es nicht nur einer ist, sondern mehrere gleichzeitig. Zwar höre ich dadurch nur einen Bruchteil schlechter, aber es nervt. Weil es immer da ist, egal, wann. Ob mitten in der Nacht, im Urlaub, nach dem Schlafen, beim Arbeiten, beim Fotografieren und wenn ich superentspannt bin. Es ist immer da. Manchmal, wenn ich sehr gestresst bin, kommen noch mehr Töne dazu und alles wird lauter.

Fiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiep.

Vor drei, vier Monaten habe ich begonnen, mich intensiver damit zu beschäftigen. Habe Artikel gelesen und jeden Arzt bzw. Fachmann in meiner Reichweite gefragt, was Phase ist. Phase ist: alle haben keinen blassen Schimmer. Der wissenschaftliche Stand ist pränataler Natur und niemand kann sagen, wie diese Töne wegzubekommen sind.

Obendrauf meinten viele Ärzte, ich solle mich mit dem Symtom anfreunden. Worauf ich immer recht frech mit “nö” antwortete und mir das dann als “mein Problem” erklärt wurde. Auch dazu sagte ich stets “nö”, weil sich in mir etwas dagegen wehrt, diesen Status Quo zu akzeptieren. Dass das einwenig naiv ist, weiß ich. Aber jeder, der daran glaubt, etwas zu erreichen, braucht eine gesunde Naivität, um überhaupt den ersten Schritt machen zu können. Wäre ich nicht einwenig naiv gewesen, hätte ich mit kwerfeldein auch nicht angefangen. Außerdem mag ich einwenig schwarzen Humor bei allem Gefiepe.

Ich glaube, dass ich von Tinnitus geheilt werden kann.

Zwar habe ich mein Leben lang schon diese Krankheit, und so könnte man sagen: na dann bist du doch dran gewöhnt. Ja, bin ich. Und ja, manchmal (selten) vergesse ich die Töne. Aber meistens sind sie so laut, dass ich sie nicht überhören kann.

Weiter bin ich mir der Tatsache bewusst, dass die Ursache für einen Tinnitus nicht einfach zu erklären und komplexe Gründe haben kann. Dass Körper und Seele nicht zu trennen sind und somit auch psychosomatische Gründe vorliegen können. Dass Psychotherapien dem Ganzen helfen können. Auch diesen Weg bin ich bereit zu gehen und bin ihn schon gegangen. Ich bin bereit, alles zu versuchen, was hilft. Sei es Hypnose, Ostheopathie oder ein simpler Tee, den ich jeden Tag trinke.

Ich glaube daran, dass ich es schaffen werde. Und wenn ich “nur” einen Tag vor meinem Ableben keinen Tinnitus mehr haben werden, ist das für mich ein großer Gewinn.

Jedoch sind die Methoden, die Menschen helfen können so vielfältig wie Menschen selbst. Und ich möchte auch mal mit Menschen in Berührung kommen, die ebenfalls damit Probleme haben. Die Erfolge hatten oder keine. Und deshalb frage ich Euch jetzt. Ich bin gespannt, was ihr schreiben werdet.

Für Tipps, persönliche Erfahrungsberichte und alles, was damit zu tun hat bin ich sehr offen und freue mich auf Eure Kommentare. Falls Euch das hier zu öffentlich ist, könnt ihr mir auch gerne eine E-Mail an kwerfeldein@gmail.com schicken.

P.S.: Bei der Tinnitus-Liga habe ich mich schon angemeldet, jedoch haben die mich derart mit Infos zugeschüttet und somit voll überfahren.

15 Gedanken zu “Heilung von Tinnitus

  1. Ah ein Leidensgenosse! :)
    Ich hab das auch schon recht lange (werde dieses Jahr 35) und hatte vor ungefähr 10 Jahren nen stressbedingten Hörsturz wodurch alles ein wenig lauter wurde.
    Mein Geräusch iss mehr so ne Mischung zwischen Pfeiffen und Rauschen. Bei Stress auch deutlich lauter.
    Was ich bemerkt hab ist, dass es über die letzten Jahre lauter wurde.
    Einschränkungen oder wirkliche Probleme hab ich dadurch nicht. Schlafen kann ich auch damit.
    Es nervt mich allerdings klarerweise schon ganz schön und ich wäre es auch gern komplett los…auch wenn die Chancen dafür nicht so wirklich gut stehen scheinbar.
    Falls du neue Erkenntnisse zu dem Thema bekommst…immer her damit! :)

  2. Bei mir ist’s eine aehnliche Symptomatik wie bei Thorsten und auch nie ganz wegzubekommen, nervig aber ertragbar… allerdings bilde ich mir ein, dass Hoerstuerze seltener und Tinnitus dezenter auftreten, wenn ich viel Fluessigkeit aufnehme.
    Meine Interpretation: Dehydrierung = koerperlicher Stressfaktor …

    Viel Glueck bei der Problemloesung!

  3. Hallo Martin,
    ich habe seit ich mich erinnern kann einen Stilletinnitus, der aber in Stressituationen lauter wird, oder wenn ich Probleme mit dem Kreislauf habe. Als Kind dachte ich, das sei normal und jeder habe das :-) Irgendwann habe ich mal einen Hörtest gemacht und es wurde festgestellt, dass ich extrem hohe und tiefe Töne besser hören kann als der Durchschnitt oder sie überhaupt hören kann. Als ich jünger war habe ich auch Hundepfeifen “gespürt”, die in der Nähe gepfiffen werden, da gingen bei mir die Nackenhaare hoch. Zum Glück wird das Gehör mit der Zeit schlechter ^^. Der Tinnitus bleibt aber unvermittelt und wenn ich mich konzentriere, ist er auch immer da. Nur auf einer Frequenz, die leicht von Alltagsgeräuschen übertönt wird. Liege ich Nachts wach, wird der Ton oft so laut, dass ich teilweise nicht einschlafen kann. Bei mir ist es immer ein Ton, allerdings ändert er manchmal die Frequenz. Alle, die ich bisher gefragt habe (auch HNO und andere Ärzte) haben mir gesagt, dass man da nichts machen kann und ich es ja sowieso gewöhnt wäre. einige haben vermutet, dass es mit dem Blutdruck zusammenhängt und einer meinte, ich solle Yoga machen und Beruhigungstee trinken. Ich hab mich zwar “dran gewöhnt” (kenne es ja nicht ohne) und kann ihn oft ignorieren, aber eben nicht immer.
    Ich würde auch einiges dafür tun, wenn man das Piepen beseitigen könnte.
    Liebe Grüße,
    Markus

  4. Hallo Leidensgenossen, hallo Martin.
    In einem netten Gespräch heute Mittag, legte ich Martin eine Therapie nah, die ich vor 10 Jahren absolvierte und bei mir sehr gute Erfolge erzielte. Die sogenannte hyperbare Sauerstofftherapie gibt es mittlerweile in mehreren Städten in Deutschland und erfolge bei mir im Anschluss an die üblichen Infusionen nach meinem damaligen Hörsturz. Der Erfolg ist natürlich von Fall zu Fall verschieden, aber laut Aussagen anderer, in den meisten Fällen sehr gut.

    Hier mal ein Link: http://www.hbo-h.de/

    Gruß Ben

  5. Hi Martin,

    das gute alte Fiepen im Ohr. Ich kann selbst nicht mehr nachvollziehen, wann es bei mir anfing, aber seit gut 10 Jahren schleppe ich jeden Tag ein paar Töne in meinem Ohr mit mir rum.
    Ist dir schon mal aufgefallen, dass du Geräusche, Töne eher hörst als andere? Bzw. diese überhaupt hörst?
    Bei mir ist es der Fall und ich freue mich darüber. Ebenso gibt es mir ein positives Gegengewicht zu den ständigen Tönen im Kopf. Eine wage Vermutung von mir wäre jetzt, dass hier ggf. ein Zusammenhang besteht, da ich genau diesen Umstand schon von vielen Menschen mit Tinnitus mitgeteilt bekommen habe.

    Ich selbst habe schon zahlreiche Ärzte, genau wie du, befragt und habe bis auf “Is halt so, kannst du nichts machen.” keine wirklich hilfreiche Antwort bekommen. Eine Lösung für mein bzw. unser Problem wäre mir recht. Wenn ich dafür jedoch ggf. auf meine “erweiterte Hörleistung” verzichten müsste, würde ich lieber weiter mit einem Tinnitus leben wollen.

  6. Hallo Martin

    kann das nachempfinden, da ich auch betroffen bin. Letztes Jahr habe ich ein Medikament erhalten, kein spezielles für T. Mit dem wurde es dann leicht besser. Allerdings mag ich nicht ständig Pillen einwerfen und bin deshalb wieder ohne, dafür wieder mit mehr T. Besonders intensiv ist es, wenn ich liege. Oder in absoluter Ruhe. Oft pfeifts grade dann, wenn man es gar nicht brauchen kann.
    Kürzlich bin ich auf einen Artikel gestoßen, der Übersäuerung als mögliche Ursache nennt. Da möchte ich jetzt etwas mehr drauf achten und hoffe, dass es besser wird.

    Sich dran gewöhnen? Da pfeif ich drauf!

    Gruß
    Klaus

  7. Hallo Martin,
    ich bin Leser von KWERFELDEIN und so auf deine persönliche Webseite gestoßen. Du hast Tinnitus …
    Ich bin Physiotherapeut und mache Myoreflextherapie und Osteopathie. Die MRT ist nach meiner langjährigen Erfahrung als eine der wirksamsten Behandlungsmethoden die ich kenne und selber seit über 10 Jahr ausübe. Ich habe in meiner Praxis immer wieder Patienten mit Tinnitus behandelt. Bei einigen war ich erfolgreich, allerdings bei denen die diese Krankheit seit mehrere Jahre haben ist es schwierig. Nähere Info findest du auf meine Webseite: http://www.physiotherapie-haeberle.de

  8. Hey Martin,

    inzwischen hast du reichliche Antworten erhalten, dennoch will auch ich meinen Senf dazu geben:
    Eine Heilung kann ich dir leider nicht “anbieten”, doch ich habe ein ähnliches Problem (nur etwas milder). Als ich 10/11 Jahre alt war, da hörte ich auf voller Lautstärke mit den Kopfhörern Musik. Das zog sich Jahrelang bis ich irgendwann merkte, dass es in meinen Ohren rauscht. Ich geriet etwas in Panik und so beschloss ich rechtzeitig keine laute Musik mehr zu hören (auf den Kopfhörern) und auf Konzerten nur noch mit Hörschutz ausgestattet zu sein. Ich schone nun seit Jahren meine Ohren und das Rauschen wurde immer besser. Es macht sich momentan nur noch Nachts bemerkbar, Tagsüber merke ich nichts mehr, außer, ich konzentriere mich drauf.
    Mit tut es auch gut, dass ich in einer ruhigen Wohnung und Straße wohne. Es ist die beste Methode, um sich zurückzuziehen und zu erholen. Das ist quasi meine Methode, um damit umzugehen und es tut mir gut.

    Ich bereue es sehr, dass ich als Kind so mit der Lautstärke übertrieben habe. Doch ich bin froh, dass ich rechtzeitig gehandelt habe, da es schlimmer enden hätte können.

    Hoffe, dass es auch dir bald besser geht!

    Wünsche dir viele Grüße,
    Markus

  9. Pingback: Fotografen im Fokus: Gastautor Boris Baldinger schreibt, wer ihn inspiriert » fokussiert.com

  10. Bei mir fing es vor 5 Jahren an.. es kam plötzlich unter der Dusche… ich bekam natürlich sofort Angst… doch dann legte es sich wieder… ich bin erst nach 6 Wochen zum Arzt und von da an nahm ich ihn erst wahr den TT… ich bekam nur Medikamente gegen Durchblutungsstörungen… sie machten nen paar Tests… der Chefarzt der HNK Klinik meinte bei jungen Leuten legt es sich wieder… den ersten Monat ging es mir richtig schlecht da i mich richtig reingesteigert habe… denn man kann sich auch viel krankreden… also begann ich mich abzulenken… es dauerte zwar einige Tage doch es half mir sehr…. es ging mir jeden Tag besser.. seit dem hatte i keine Probleme mehr i konnte ohne alles problemlos einschlafen und auch durchschlafen… hatte ihn tagsüber garnicht mehr wahrgenommen…. er ist zum Glück auch bis heute nie lauter geworden… es ist sehr sehr leise… um so mehr man sich drauf konzentriert umso lauter kommt er einem vor… man sollte dem tt keine chance geben !!! Irgendwann wird er heilbar sein da bin i mir sicher.. und es gibt genügend leute die damit so gut gelernt haben umzugehen die ihn garnicht mehr wahrnehmen nahezu geheilt. Auch bei Menschen die Tinnitus uber 5 oder 10 Jahre haben kann es passieren das er von alleine wieder verschwindet ist schon oft vorgekommen. Wenn man den Wille hat diesen Ton zu bekämpfen dann schafft man das auch… dafür sind die Selbsthilfeorganisationen da. Das dümmste was man machen kann ist sich zurück zu ziehen… denn dann wird man depressiv und das bringt garnix. Man muss auch drüber reden.
    Die einzige Frage die ich habe… ob ein Tinnitus ein leben lang gleich laut bleiben kann oder ob er bei jedem Menschen mit den Jahren lauter werden muss!?
    Lg

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